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5. Juli 2026

Ugandischer Botschafter zu Gast am Pictorius-Berufskolleg

Kreis Coesfeld.
Wie funktioniert berufliche Bildung in Deutschland – und was lässt sich davon möglicherweise auch auf andere Länder übertragen? Mit diesen Fragen besuchte Ugandas Botschafter in Deutschland, Stephen Mubiru, gemeinsam mit Mitarbeitenden der ugandischen Botschaft in Berlin das Pictorius-Berufskolleg. Begleitet wurde die Delegation von Herrn Spirgatis aus Rosendahl, der den Besuch vermittelt hatte.
Im Gespräch mit Schulleiter Klaus Schneider stand vor allem das deutsche duale Ausbildungssystem im Mittelpunkt. Für die Gäste war besonders interessant, dass junge Menschen ihren Beruf gleichzeitig im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule erlernen und beide Lernorte eng miteinander verbunden sind.
Dass moderne berufliche Bildung weit mehr als klassischen Unterricht umfasst, zeigte sich beim anschließenden Rundgang. Besonders viel Interesse weckte die Soldamatic, mit der Schweißarbeiten virtuell und realitätsnah simuliert werden können. Nach einer kurzen Einführung ließen es sich die Gäste nicht nehmen, selbst Hand anzulegen – und schon bald entstand ein kleiner Wettbewerb um die beste virtuelle Schweißnaht.


Auch im 3D-Labor zeigte sich die Delegation sehr interessiert. Dort konnten die Besucher den Druck von Getriebeteilen verfolgen und sich über den Einsatz additiver Fertigungsverfahren im Unterricht informieren.
Kurze Einblicke in unterschiedliche Bildungsgänge ergänzten den Besuch. In einer Berufsschulklasse der Bauzeichnerinnen und Bauzeichner wurde das duale System unmittelbar sichtbar. In einer Klasse der Gestaltungstechnischen Assistentinnen und Assistenten lernten die Gäste dagegen einen vollzeitschulischen Bildungsgang kennen. Dabei wurde auch erläutert, warum in der gestalterischen Ausbildung neben klassischen Desktop-PCs zusätzlich Mac-Rechner eingesetzt werden.
Am Ende des Besuchs waren sich Botschafter Stephen Mubiru und Schulleiter Klaus Schneider einig, den begonnenen Austausch fortzusetzen. Als möglicher erster Schritt wurde ein Praktikantenaustausch ins Auge gefasst.
Der kurzfristig zustande gekommene Besuch entwickelte sich damit zu einem intensiven und ausgesprochen interessierten Austausch über berufliche Bildung, technische Ausbildung und mögliche Formen einer künftigen Zusammenarbeit zwischen dem Kreis Coesfeld und Uganda.